Frage an Radio Yerevan: Jo, iss denn scho Weihnachten?
By admin on Dec 22, 2008 | In News, Politik, Wirtschaft, Humor
Frage an Radio Yerevan: Jo, iss denn scho Weihnachten? Antwort: Im Prinzip ja, aber eigentlich muesste es laut Kalender eher am 6. Januar sein - oder auch im Sommer...
Erinnern wir uns kurz an die Entstehung des Weihnachtsmann:
Es war einmal der Heilige Sankt Nikolaus. geboren um 270-286 n. Chr. in Patara, in Lykien. Er lebte und wirkte in Myra, heute Demre, einem kleinen Ort etwa 100 km suedwestlich von Antalya in der heutigen Tuerkei. Ueber sein historisches Leben gibt es nur wenig belegte Tatsachen. Quellen ueber Nikolaus' Leben stammen z. B. von Andreas von Kreta (um 700) und von einem Moench Johannes aus dem Studitenkloster (gegruendet im 5. Jahrhundert) in Konstantinopel. Mit 19 Jahren von seinem Onkel, ebenfalls mit Namen Nikolaus und ebenfalls Bischof von Myra, wurde er zum Priester geweiht und sei dann Abt des Klosters Sion in der Naehe von Myra gewesen. Waehrend der Christenverfolgung 310 soll er gefangen genommen und gefoltert worden sein. Als Sohn reicher Eltern soll er sein ererbtes Vermoegen unter den Armen verteilt haben (was auch von den besser bezeugten Bischoefen des 4. Jahrhunderts Ambrosius von Mailand und Basilius von Caesarea berichtet wird und dort als historische Tatsache gilt). Im Fall von Nikolaus ranken sich darum verschiedene Legenden. Unter anderem soll er bereits in jungen Jahren, nach dem Tode seiner Eltern, den armen Nachbarn heimlich Goldsaeckchen auf den Fenstersimsen hinterlassen haben, damit dieser seine Toechter nicht der Prostitution preisgeben musste.
Nach der Evakuierung der Stadt und vor ihrer Eroberung durch seldschukische Truppen 1087 raubten sueditalienische Kaufleute die Gebeine aus der Grabstaette des Heiligen und ueberfuehrten die Reliquien ins sichere Bari. Dort wird sein Fest am Tag der Ankunft ihrer Schiffe, dem 9. Mai, gefeiert. Die Gebeine werden in der Basilika von San Nicola aufgebahrt. Von Bari fordert die tuerkische Nikolaus-Stiftung die Reliquien des Heiligen der Christenheit bis heute zurueck.
Aber stop - halten wir hier mal inne: Da ist der Sohn reicher Eltern, deren Feudalismus muede, und beschliesst ploetzlich sein Vermoegen mit den Bedruerftigen zu teilen - das ist in Etwa so, als ob Paris Hilton loszieht und Obdachlose beschenkt... (An dieser Stelle wollte ich eigentlich auf die Sage mit der Teilung des Mantels anspielen und sagen: Als wenn Paris ihren Slip mit Obdachlosen teilt; Erinnernd der mutmasslichen Abwesenheit eines derartigen Kleidungsstuecks entsage ich jedoch dieser Versuchung.)
Dabei weiss man manchmal gar nicht, was man denn davon halten soll - die, die das Geld wirklich brauchen, fragen meistens gar nicht - und die, die fragen, brauchen es eher nicht.
All ueber all auf den Tannenspitzen
seh ich bunte Lichtreklame und Last-Minute-Shopper schwitzen.
Und mit glasigen Augen und offner Hand
kommen ueber all die fiesen Sammler angerannt.
Sie tun als waere ihnen im Herzen warm
und jammern wie ihr Leben ist so arm.
Die Profis unter ihnen indes,
machen nicht fuer sich, doch fuer den guten Zweck den Stress.
Und fuer ihre sonstige Perversion
suchen sie einmal im Jahr die Absolution.
Die Spender auf der anderen Seit
sind von derselben Ekligkeit.
Tag ein Tag aus mit Ellenbogen,
ruecksichtlos und inhuman verlogen
stopften sie sich das ganze Jahr die Taschen voll
um nun einzigmal zu geben: Mein Gott, wie bin ich fromm und toll...
Zu Ehren all dieser wundervollen Mitmenschen hier unsere 'Antichrist-mas Hitparade':
*ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG - Last Minute Update - Limited Edition - WEIHNACHTSSUPERSONDERANGEBOT*:
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Anyway; Spass bei Seite: Ich mag Weihnachten - mit all dem Kitsch, dem verfuehrerischen Duft, den suessen Fresserein, der Romantik...
In diesem Sinne: Lassen Sie sich Weihnachten nicht vermiesen und geniessen Sie die Feiertage mit Ihrer Familie - in dem dankbaren Bewusstsein, wie wundervoll es ist, dies ueberhaupt zu koennen.
Denn selbst wenn wirklich nur einmal jaehrlich Frieden in die Herzen der Menschen einkehrt; So tut es dies immerhin an jenem einen Male. Deshalb einmal ausnahmsweise ganz ohne Ironie:
Allen unseren Lesern wuenschen wir mit diesem beispielhaft einvernehmlichen Bild des singenden schottischen Parlament ein frohes, gutes und friedvolles Weihnachtsfest 2008!
Quid sit futurum cras, fuge quaerere. In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas. Omnia vincit amor!
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